Die Richard-Wagner-Gesellschaft Leipzig auf Reisen

Eher ungewöhnlich für die Leipziger Wagner-Gesellschaft, deren Energie zum überwiegenden Teil in die jährlich veranstalteten Wagner-Festtage um den Geburtstag des in Leipzig im Mai 1813 geborenen Komponisten fließt, führte eine gemeinsame Reise am 10. und 11. September nach Bayreuth, Bodenmais und Bamberg. Es war eine Mischung aus Bildungs- und Vergnügungsreise, die 20 Mitglieder und Freunde aus dem Haus lockte. In Bayreuth stand eine Führung durch das Festspielhaus auf dem Programm, bei der die einzigartige Akustik, noch mehr aber der Orchestergraben - nicht vor, sondern unter der Bühne - beeindruckten. Besonders die Musiker unter den Mitreisenden fanden die Variante, in kurzen Hosen und Sandalen zu spielen, durchaus attraktiv. Doch die drangvolle Enge im Orchestergraben und die während der Fest-spiele im Juli und August dort meist herrschenden Temperaturen von um die
40 °C ließen die Leipziger Oper, mehr noch das Gewandhaus in durchaus verklärtem Licht erscheinen.
Anschließend hielt der Romanist und Leiter des Instituts für Librettoforschung Bamberg, Prof. Dr. Albert Gier, eine lehrreiche und verblüffend unterhaltsame „Vorlesung“ zum Thema „Das Märchen und der Wagnersche Ring“ mit der Fragestellung - und Antwort -, welche Märchen und Sagen welchen Anteil an der Ring-Dichtung Wagners haben. 

Zum opulenten Mittagsmahl im Hotel Bürgerreuth war Frau Prof. Eva Märtson, die Präsidentin des Richard-Wagner-Verbandes International, mit Ihrer Frau Mutter Gast der Gesellschaft, und es war eine gesprächige Runde, in der sich (fast) alles um den Leipziger Genius drehte.


Da der Anlass der Reise recht eigentlich eine Einladung von unserem Ehrenmitglied Kammersänger Prof. Bernd Weikl war, ging es am Nachmittag weiter nach Bodenmais, der Heimat des auf den Bühnen der Welt gefeierten Wagner-Sängers, der besonders für seinen Hans Sachs Lorbeeren erntete. Er führte uns galant durch „sein“ Museum, das Bodenmais im Alten Rathaus für ihn eingerichtet hat. Ein wenig skurril ist es schon, zu Lebzeiten durch das eigene Museum zu führen, aber Bernd Weikl tat das mit einer solchen Noblesse und Nonchalance, dass es keinesfalls peinlich erscheinen konnte. Beim Abendessen in Frau Palinkas Quartier gab der Kammer-sänger zahlreiche Anekdoten aus seinem bewegten Leben zum Besten, aus seiner Arbeit mit Mirella Freni, Leonard Bernstein, Placido Domingo und noch vielen der ganz Großen; er war lustig, locker, witzig und natürlich, was nicht zuletzt an den beiden spritzigen Damen Carolin Masur und Ansi Verwey lag, auf denen seine braunen Augen mit Wohlgefallen ruhten...
Der lange Feierabend hinderte die Reisegesellschaft nicht daran, am nächsten frühen Morgen Bodenmais zu erkunden, das Silberbergwerk, die Glaskunst – und weiter gings dann noch nach Bamberg, wo die vorzügliche Dom- und Stadtführung mit dem bodenständigen Abendessen im Schlenkerla verschmolz. Der Vorsitzende der Gesellschaft, UMD David Timm, konnte leider wegen dringender Verpflichtungen nicht dabei sein und wusste nichts von dem Rauchbier und den leckeren „sauren Zipfeln“, die seine Vereinsfreunde derweil genüsslich verzehrten.
Auf der anschließenden Heimfahrt wachte ein gemeinsamer Schutzengel darüber, dass der Bus neben und nicht womöglich mitten in dem Gewitter fuhr.
Es war ein Wochenende mit ganz viel Richard Wagner, vielen neuen Erkenntnissen, Eindrücken und Kontakten, mit neuen Freundschaften – vor allem aber mit neuen Ideen für die vom 16. bis 22. Mai 2012 stattfindenden Wagner-Festtage zum 199. Geburtstag des Meisters. Alle Wagnerfreunde dürfen gespannt sein.

Doris Mundus
Richard Wagner Gesellschaft Leipzig 2013 e.V.

            

Wagner Festtage Leipzig 2011 erfolgreich beendet                         

Mit einem Sonderkonzert im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens gingen die Wagner Festtage 2011 zu Ende. Das Mendelssohnorchester unter Leipzig von David Timm brachte Vorspiele zu Opern von Richard Wagner zu Gehör. Neben dem Vorspiel zum "Tannhäuser" erklangen "Der fliegende Holländer", "Die Meistersinger von Nürnberg" sowie "Tristan und Isolde". Mit der Zugabe des Vorspiels zum dritten Aufzug der Wagner-Oper "Tristan und Isolde", inklusive eines fantastischen Englischhorn-Solos, endete das gut besuchte und umjubelte Konzert in der Leipziger Peterskirche.

 

Highlights der Festwoche waren die konzertante Aufführung des dritten Aufzugs des „Siegfried“ und die szenische Ausgestaltung der Wesendonck-Lieder in „Wagner Aufstellen.“

Die sechsten Wagner Festtage sind mit einer umjubelten konzertanten Aufführung des dritten Aufzugs des „Siegfried“ am 198.Geburtstag des Komponisten am vergangen Sonntag in der Leipziger Peterskirche zu Ende gegangen. Tenor Corby Welch gab in der Geburtsstadt Wagners sein erfolgreiches Rollendebüt als Siegfried, Caroline Thomas sang eine strahlende Brünnhilde, Renatus Mészár gab einen überzeugenden Wanderer und Ulrike Schneider begeisterte durch die nuancierte Ausgestaltung der Erda. Im Kirchenraum der Peterskirche konnte das von David Timm geleitete Mendelssohnorchester während der Orchester-Zwischenspiele überzeugen.

 

Die sechsten Wagner Festtage Leipzig boten mit 15 Veranstaltungen an sieben Tagen das bisher umfangreichste Festival ihrer Geschichte. Neben dem Cinestar Leipzig konnten das Theater der jungen Welt, Kammeroper Leipzig, Oper Leipzig, naTo, Moritzbastei, Schille, Kabarett Sanftwut, Alte Handelsbörse u. a. als Partner begrüßt werden. Die Wagner Festtagen wurden von der Richard Wagner Gesellschaft Leipzig 2013 e.V. organisiert. Gemeinsam mit dem Wagner Verband und dem Wagner Denkmal e.V. gelang es, ein vielfältiges Angebot, welches von Jazz über ein Live-Hörspiel und vielfältige Konzerte bis hin zu einer Kaffeetafel und einem Stadtrundgang auf Wagners Spuren in Leipzig führte, zu realisieren.

 

Eröffnet wurden die Wagner Festtage am Sonntag, dem 15.Mai auf Leipzigs Grünem Hügel. Schirmherr der Wagner Festtage war Oberbürgermeister Burkhard Jung, der mit Leipzigern und Gästen bei der Richtfestfeier auf dem Fockeberg symbolisch den letzten Nagel ins Holz schlug. Die vereinigten Kinderchöre von Oper und Gewandhaus sangen die Wagner Hymne und ein Feuerwerk beschloss den Abend.

Die Wagner Festtage 2012 finden vom 16. bis 22.Mai statt. Geplant ist u.a. eine konzertante Aufführung des Finales der „Götterdämmerung“. www.wagner-festtage.com

Am Samstag, dem 21.Mai, spielte das David Timm Jazz-Quartett im Liveclub Telegraph. Das Publikum wurde bei diesem Jazz-Abend zum Wagner kneten animiert, die besten Plastiken wurden prämiert. Beim Festival-Klassiker wurden die Parodie „Der Ring der nie gelungen“ von Publikumsgästen vorgetragen sowie die traditionellen Wagner-Ringe, ein Hefegebäck, diesmal in der süßen Variante, verzehrt. Kulturbürgermeister Michael Faber, Wagner-Verbands Chef Thomas Krakow und der Leipziger Impresario Peter Degner plauderten über ihre Begegnungen mit Wagner und die zukünftigen Planungen für Wagner 2013.

Moderiert wurde der Jazz-Abend von Axel Thielmann, der am Vortag in der Rolle des Erzählers, Rezitators und Conférenciers in „Wagner Aufstellen.“ brillierte. Zu „Wagner Aufstellen.“ luden am Freitag zu später Stunde die Wagner Festtage in den Belle Époque Saal des historischen Hôtel de Pologne und zeigten die von Heike Hennig in Szene gesetzte Version der „Wesendonck-Lieder“. Carolin Masur sang auch einige weniger bekannte Lieder von Wagner und wurde dabei von David Timm am Flügel begleitet. Der Aufführung des Liederzyklus im edlen Ambiente lauschten über 200 Gäste. In die Vorstellung integriert waren die original Schlafzimmer-Möbel von Mathilde und Otto Wesendonck, die der Wagner Gesellschaft aus Privathand leihweise zur Verfügung gestellt wurden.